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Geschichte der NAKED RAIDERS |
Football – ein Sport der in Tirol immer mehr Anhänger findet, wird hier im Herz der Alpen schon seit über 10 Jahren gespielt. In den letzten Jahren konnten die Männer aus den Bergen – verstärkt durch Männer, die weit über die Weltmeere gereist waren – auch ausgezeichnete nationale und internationale Erfolge einfahren. Die Raiders, von manchen Landratten auch als Seeräuber bezeichnet, erreichten immer mehr Menschen, die langsam aber doch eine gewisse Liebe für den Sport aus Amerika entwickelten. Zu diesen Menschen zählen auch die NAKED RAIDERS – aber wer sind die NAKED RAIDERS eigentlich? Und wo kommen sie her? Warum sind sie überhaupt da? Diesen Fragen wollen wir auf den Grund gehen, scheinen sie ja wie trübes Meerwasser undurchsichtig und geheimnisvoll zu sein...
Angefangen hat alles vor vielen, vielen Jahren – genauer gesagt im März des Jahres 2003. Das erste Heimspiel der Saison 03 im Tivoli W1. Das Wetter war weder extrem mies noch extrem gut – typisches Frühjahrwetter in Innsbruck. Ein kühles Lüftchen wehte und auf der Tribüne sammelten sich alle möglichen Typen, vom klitzekleinen schlafenden Baby bis hin zum 150 Kilo schweren, Bier trinkenden Pensionisten. Am Rande der Multi-Kulti-Truppe saßen zwei neugierige Schüler der Bundeshandelsakademie und Bundeshandelsschule Hall in Tirol und sahen dem Geschen auf (und abseits) des Platzes gespannt zu, wobei der Blick nicht nur einmal während des Spieles auf die Cheerleader abrutschte. Diese zwei Schüler waren dabei jedoch nicht allein – unweit von ihnen saßen auch ein paar Schüler der HTL Innsbruck. Bei diesem Spiel noch getrennt (die Gründe hierfür wollen wir nicht erwähnen) kamen sich die unterschiedlichen Typen bei der nächsten Begegnung am W1 schon ein wenig näher. Football verbindet könnte man meinen, andere, die es besser zu wissen scheinen, geben den Cheerleadern die „Schuld“. Nichtsdestotrotz verstand man sich auf Anhieb und so feuerte man die Spieler lautstark an. Irgendetwas ging den Jungs jedoch ab. Trotz der familiären Atmosphäre und den zahlreichen begeisterten Zusehern fehlte noch der letzte Wille des Publikums ihren Anfeuerungen freien Lauf zu lassen und auch mal was Verrücktes zu machen. In den Köpfen der jungen Fanfraktion geisterten einige dämliche Ideen herum, die man fürs nächste Spiel umzusetzen versuchte. Man einigte sich schlussendlich darauf die Buchstaben R, A, I, D, E, R und S auf die Oberkörper der mehr oder weniger gut gebauten Schüler aufzumalen und sie, wenn die Cheerleader die Schilder mit den gleichen Buchstaben heben, vor den Zuschauern zu präsentieren. Die Freizügigkeit der männlichen Gefolgschaft ließ etwas zu wünschen übrig, aber nach kurzer Zeit waren alle Hemmungen und Zweifel wie weggeblasen und teilweise freute man sich schon auf den Moment, an dem die holden Damen am Spielfeldrand die Schilder mit den magischen sieben Buchstaben heben. Einige schwache Versuche, die Cheerleader von ihrem Vorhaben abzuhalten trafen auf taube Ohren und so kam es, dass sieben verrückte Burschen vor den rund 1000 Zusehern sich ihrer Oberbekleidung entledigten und den Schriftzug RAIDERS auf ihrer Brust zur Schau führten. Die Überraschung und Begeisterung der Anwesenden war spürbar – die Geburtsstunde der NAKED RAIDERS.
Der Name stand zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht fest. Man versuchte aber diese Aktion zu wiederholen, wenngleich es sich als nahezu unmöglich herausstellte bei jedem Heimspiel der (damals noch geheißenen) Papa Joe’s Tyrolean Raiders sieben begeisterungsfähige Jungs an Land zu ziehen, die sich ausziehen und anmalen lassen und ohne Unterlass eine Mannschaft anzufeuern, die ein Spiel spielt, dessen Regeln man nur im Entferntesten begreift. Im Laufe der Saison begannen die 3 „Urväter“ der NAKED RAIDERS weitere Personen für ihre Sache an Land zu ziehen und zu begeistern. Das ein oder andere Spiel musste man jedoch nur zu dritt oder zu viert besuchen, was der Stimmung aber keinen Abbruch tat. Man hatte ja sein Cola, aß ein paar Burger, holte sich eine Schüssel voll mit fantastisch schmeckendem Chili und genoss die Darbietung der Cheerleader. Was auf dem Platz geschah war teilweise nebensächlich – es zählte meist vielmehr, wer von den schwarz-silbern angemalten Jungs am lautesten war. Manchmal kam auch ein kleines Bierchen dazu aber das durften wir uns auch gönnen! Einzigartig waren aber die Burger – nirgendwo sonst konnte man sein Brötchen mit so vielen Zutaten voll stopfen wie man mochte. Diese einzigartige Gelegenheit ließ sich keiner entgehen und so wurde das Burgeressen ebenfalls zu einem ziemlich wichtigen Punkt beim Besuch der Spiele. Tomaten, Salat, Zwiebeln, Ketchup, Mayonnaise – alles was das Herz begehrt stand zur Verfügung. Und das Fleisch erst… wahrhaftig ein Genuss!
Kommen wir aber wieder zurück zum eigentlichen Geschehen – dem abseits des Feldes auf den Tribünen. Mittlerweile war den Leuten die Anwesenheit der verrückten, angemalten Jungs, die ordentlich Lärm machten obwohl sie absolut keine Ahnung hatten was dort vor sich ging, aufgefallen und man freute sich über den neuen, jugendlichen Einschlag in der Fan-Szene. Aber außer dem unregelmäßigen Präsentieren der mehr oder weniger durchtrainierten Körper geschah nicht allzu viel, was die Aufmerksamkeit aller erregte. Bis zum EFAF-Cup Finale 2003, das die Papa Joe’s Tyrolean Raiders zu Hause gegen die Carlstad Crusaders bestritten. Zahlreiche Fans hatten sich im Tivoli neu eingefunden um ihrem Team zuzusehen, wie eine Tiroler Mannschaft zum ersten Mal einen internationalen Titel erreicht – leider kam es nicht dazu, aber dies ist für unsere Geschichte gar nicht relevant. Vielmehr muss man die ganzen anderen Umstände betrachten, die das Geschehen auf dem Rasen des wunderschönen Stadions begleiteten. Dabei sollte man noch erwähnen, dass dies das erste Spiel der Raiders im Tivoli neu war, dementsprechend viele Gäste kamen auch um den modernen Sport in einem modernen Umfeld zu betrachten. Noch während die Zuschauer ins Stadion strömten brauten sich am Himmel düstere Wolken zusammen und verhießen nichts Gutes. Kurz nach Beginn des Spieles fielen auch schon die ersten Regentropfen vom Himmel und schon bald darauf wurden die Tropfen immer dicker und dichter bis ein waschechter Gewittersturm über dem Innsbrucker Gebiet seinen Schrecken verbreitete. Sturmwarnungen im ganzen Heiligen Land ließen so manchen potentiellen Zuschauer zu Hause bleiben und sich im Nachhinein über diese Entscheidung ärgern. Während immer mehr Regentropfen den Weg zum Boden fanden, entschlossen sich die Cheerleader den Naturgewalten nachzugeben und die Flucht ins Trockene anzustreben. Nur kurz dem Regen ausgesetzt, waren sie doch völlig durchnässt und versuchten nun ihr Bestes, die Zuschauer von der Tribüne aus anzufeuern. Diejenigen, die unter dem Dach saßen und sich im sicheren Schutz von Stahl und Aluminium wähnten, kamen jedoch nicht so einfach davon. Der Wind trug einiges dazu bei, dass innerhalb von kürzester Zeit die ersten zehn Reihen des Stadions leer waren und nur mehr von 7 wackeren Fans gehalten wurden. In dicken Regenmäntel eingepackt und mit Schirmen ausgerüstet wäre dies ja keine großartige Leistung gewesen, diese sieben aber kümmerten sich nicht um mögliche Nebenerscheinungen wie Erkältungen, Fieber, Lungenentzündungen & Co und begaben sich ohne zu zögern hinunter in die vom Regen geleerten Ränge und brachten die Zuschauer dazu, die Raiders anzufeuern wie sie es noch nie zuvor getan hatten. Ratschläge und Bedenken von mitgereisten besorgten Eltern wurden nicht beachtet und so erfreute man sich bis zum Schluss der gestiegenen Aufmerksamkeit und dem nicht mehr enden wollenden Niederschlägen. Diese Aktionen wurden auch nicht von der Presse übersehen und so fand man die eiskalten Jungs auch im Fernsehen und in der Zeitung wieder.
Dieser Tag war nicht nur ein Highlight in der bisherigen Geschichte, sondern kann als die „wahre“ Geburtsstunde der NAKED RAIDERS gesehen werden!
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